Wie der Sport Grenzen überwindet

Die Trierer Rugby Mannschaft zu Gast auf der Air Base Spangdahlem

Wo auf höchster politischer Ebene die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten leiden, werden anderorts die Beziehungen vertieft und gefestigt. Denn am Freitag den 21. Juli findet das Training der Rugby Mannschaft Trier auf ungewohntem Terrain statt: Die Frauen und Männer, die den körperbetonten Ballsport sonst im Stadion am Weißhauswald trainieren, werden dieses Mal ihre Fähigkeiten auf der Air Base Spangdahlem zeigen und verbessern – zusammen mit den amerikanischen Soldaten und Soldatinnen vor Ort.

Initiiert wurde dieses gemeinsame Training vom langjährigen Eckpfeiler der Mannschaft, Barry Davies, welcher seit elf Jahren ebenfalls für die amerikanische Air Force im Kommunikationsbereich arbeitet. „Wir sind froh, dass Barry den Kontakt zur Air Base hergestellt und uns ein Training auf amerikanischem Territorium ermöglicht hat. Das ist ja nicht selbstverständlich,“ äußert sich der Präsident des Rugby-Vereins Trier, Dr. Jan Houdek, stolz. Auch der Trainer der Mannschaft, Johannes Schmitt, schaut mit Enthusiasmus auf den anstehenden Termin: „Das ist eine einmalige Chance, für unseren Sport und unser Team Werbung zu machen.“

Der Rugbysport fristet in Deutschland immer noch ein Nischendasein. Obwohl es eine der ältesten Ballsportarten ist und die Rugby-WM 2015 im Mutterland England bis zu drei Milliarden Menschen vor die TV-Geräte zog, denken hierzulande die meisten Menschen eher an Football, wenn die Reden vom härtesten Ballsport der Welt ist. Doch gibt es viele gravierende Unterschiede zwischen diesen beiden Disziplinen. Die zwei wichtigsten sind wohl: Im Rugby spielt man ohne nennenswerten Körperschutz und gepasst werden darf der Ball nur nach hinten. Nichtsdestotrotz hat sich die Rugby Abteilung des FSV Trier-Tarforst seit mehreren Jahrzehnten nun in der Sportlandschaft in Trier und der Region einen Namen gemacht, zwischenzeitlich sogar in der zweite Liga gespielt. Und wie für den Sport typisch, vereint die Mannschaft viele verschiedenen Nationalitäten. So gehen unter anderem Mitspieler aus Frankreich, Luxemburg, Georgien, Rumänien und dem Kongo aufs Feld.

Doch die größte ausländische Gruppe stellen die US-Amerikaner. Obwohl auch dort Rugby eher hinter den bekannteren Ballsportarten in der Beliebtheitsskala rangiert, ist der Zulauf von der Air Base Spangdahlem traditionell groß. Zeitweise standen bei Spielen bis zu sieben Mitarbeiter und Soldaten der Airbase gleichzeitig auf dem Feld. Kein Wunder also, dass die Trier Rugger (so nennt man die Rugbyspieler im Fachjargon) sich ins Zeug legen werden, um neue Spieler und Zuschauer für die kommende Saison zu gewinnen. Bei der Mannschaft besteht die Hoffnung, dass sich neben den US-Amerikanern auch mehr Trierer Bürger im Waldstadion einfinden werden. „Rugby ist ein überaus interessanter und unterhaltsamer Sport, und für die Verpflegung ist auch immer bestens gesorgt. Nach dem Spiel kann man dann noch einmal durchs Wildgehege spazieren. Wie kann man einen Tag am Wochenende schöner gestalten?“, fragt Präsident Houdek mit einem Augenzwinkern.

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